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Canon XM2 vs. Sony DCR 120E

Hier gibt es einen Vergleichtest zwischen alter und neuer Hauptkamera mit konkretem Beispielmaterial.

 

 

 

Im Internet findet man zwar zahlreiche Berichte

über Videokameras mit vielen Angaben über technische Daten und Bemerkungen der Verfasser darüber wie ihnen die Geräte gefallen, aber leider gibt es kaum konkrete Tests.

Dreichip Kamera mit etlichen Megapixeln klingt zwar immer toll, aber wie groß ist der sichtbare unterschied im Endeffekt? „Ein optischer Bildstabilisator ist besser als ein digitaler.“ Aber wie viel besser sieht das Bild eigentlich wirklich aus?

Der nachfolgende Bericht soll genau diese Fragen beantworten bzw. die konkret Resultate sichtbar wiedergeben.

 

Canon XM 2 (links) und Sony DCR TRV 120e (rechts)

 

Ich werde unsere neue Dreichipkamera Canon XM 2, „Amateur-Profi Kamera“, mit der Sony DCR TRV 120E „Urlaubskamera“ vergleichen. Beide sind DV Kameras, die erste nimmt auf Mini-DV auf und die zweite auf Digital 8 auf. Der Sony-Camcorder ist zwar schon ein älteres Modell kann aber mit vielen neuen Modellen seiner Klasse durchaus mithalten.

 

Äußeres

Voll einsatzfähig ist die XM2 ca. 30 cm lang und die Sony 6 cm kleiner, das bei gleichem Gewicht. Der Henkel der Canon erleichtert das Filmen aus Hüfthöhe wesentlich und da die dunklen Teile der Kamera etwas rau sind liegt dieser Camcorder auch besser in der Hand.

 

 

Wichtige technische Daten im Vergleich

 

 

Sony DCR  120E

Canon XM2

Bildsensor (effektiv)

400.000 Pi

3*440.000 Pi

Mindestbeleuchtung

3 Lux

0,37 Lux

LCD Auflösung

123.200 Pixel

200.000 Pixel

Sucher Auflösung

Keine Angabe

180.000 Pixel

 

Aufnahme mit Sony

 

Aufnahme mit XM 2

 

Bildausschnitt mit Originalauflösung (Sony)

 

Bildausschnitt mit Originalauflösung (XM 2)

 

 

 

Weißabgleich

Bei beiden Kameras klappt der Automatische Weißabgleich nicht immer. Die Canon findet nach einigen Sekunden trotzdem wieder selbst die richtige Einstellung oder ermöglicht zumindest einen manuellen Weißabgleich, der die schnellste und beste Lösung darstellt.

 

Belichtungseinstellungen

Die Sony erlaubt keine direkte Einstellung von Verschlusszeit, Blende oder Verstärkung. Diese Variante reicht für professionelle Bildeinstellungen natürlich noch nicht aus.

Hingegen lassen sich bei der XM2 Verschlusszeit, Blendenöffnung, Verstärkung und sogar Farbeeinstellungen manuell bedienen.

Zusätzlich besitzt die Canon einen eingebauten Neutralgraufilter.

 

Zoom

Beide Kameras haben drei Zoomgeschwindigkeiten, aber die Zoomwippe der Canon ist natürlich viel größer und einfacher in der Feineinstellung, dafür verfügt die Sony über 25fachen optischen Zoom und die Canon nur über 20fach.  Der 100fache Digitalzoom sieht bei beiden Modellen schrecklich aus, wobei die Canon wegen der höheren Auflösung noch eine Spur besser ist.

 

Fokus

Der Automatische Fokus ist bei beiden Modellen gleich schnell und verwendet in etwa denselben Bildausschnitt um den maximalen Kontrast und dadurch die Schärfe zu ermitteln.

Beim manuellen Fokus zahlt sich das Profisystem der XM 2 auf jeden Fall aus. Zum Umschalten wird nämlich nur ein empfindlicher Knopf betätigt, was ein Ruckeln im Bild im Gegensatz zur DCR verhindert. Der Fokusring mit 2cm größerem Durchmesser macht die Einstellung um vieles einfacher.

 

LCDs

Bei den LCDs hat die Canon eine viel höhere Auflösung. Einige neue „Urlaubskameras“ können da schon mithalten bzw. die Canon bei der Displaygröße sogar übertreffen. Da die ausklappbaren LCDs bei starkem Lichteinfall aber sowieso nicht zu gebrauchen sind zählt für den Profi meist nur der Sucher. Der winzige S/W Sucher der Sony ist für das manuelle Fokussieren wegen der niedrigen Auflösung nur wenig geeignet. Der Farbsucher der Canon ist eigentlich fast ein vollständiger Ersatz für das zweite Display, perfekte Schärfe- und Farberkennung.

 

Hilfsprogramme

Beide Kameras verfügen über die Standarthilfsprogramme (Spotlight, Sand and Snow,…). Sehr praktisch sind bei der Canon aber die Hinweise wann z.b. der Neutralgraufilter verwendet werden sollte oder dieser auch nicht mehr ausreicht. Das Zebramuster zeigt überbelichtetet Bildteile an.

 

Lichtempfindlichkeit

Besonders herausragend ist die hohe Lichtempfindlichkeit der XM2 im Gegensatz zur Sony kann auch bei Kerzenlicht ohne einen wahrnehmbaren Rauschwert gefilmt werden.

Die Möglichkeit 25 Bilder pro Sekunde aufzuzeichnen und diese entsprechend länger als 1/50 Sekunde zu belichten ist ebenfalls sehr vorteilhaft.

 

Die Lichtempfindlichkeit ist auch eines der Kriterien auf die man beim Kamerakauf achten sollte. Viele Videokameras mit CCDs mit mehreren Megapixeln erzielen schlechte Bildergebnisse, weil die einzelnen Zellen sehr klein sind, wenig Licht auffangen und ein hohes Bildrauschen liefern.

 

Aufnahme mit Sony

 

Aufnahme mit XM 2

 

Einstellung der XM 2: Belichtungszeit 1/50 s; Blende 2; Verstärkung 12 db

 

Bildausschnitt mit Originalauflösung (Sony)

 

Bildausschnitt mit Originalauflösung (Sony)

 

 

Nightshot

Die Canon verfügt leider über keinen Nightshot, wohingegen die Sony ein Filmen bei völliger Dunkelheit in recht guter Qualität ermöglicht.

 

Effekte

Beide Modelle verfügen über ziemlich dieselben Effekte, die DCR über etwas mehr. Die Canon kann dafür genormte Farbbalken einblenden.

 

Fotofunktion

Standbilder können die Kameras in Pal Auflösung auf das Band aufnehmen. Die Canon hat aber auch eine SD Karte und kann Bilder mit 1488*1128 speichern, braucht dafür aber ca. 6 Sekunden.

 

16:9 Bildformat

Dieses Aufnahmeformat stellt jede Kamera zur Verfügung. Hier bietet die Sony aber den Vorteil, dass sie auf dem LCD Schirm das Bild mit schwarzen Balken richtig darstellt, während man bei der XM2 nur die auf 4:3 verzerrte Variante betrachten kann. Dafür kann die Canon im 4:3 Format das 16:9 Feld mit Hilfslinien markieren.

 

Bildstabilisatoren

Den digitalen Stabilisator der Sony kann man natürlich gar nicht mit dem optischen der Canon vergleichen. Nicht nur, dass beim digitalen die Bildqualität leidet. Trotzdem ruckelt das Bild bei 25fachem Zoom. Die XM 2 ist wesentlich ruhiger. Man sollte allerdings nicht vergessen dass der Bildstabilisator nur das Zittern vermindern soll, aber es liegt am Kameramann das Ziel im Bild zu halten.

Im Demovideo sind freihändige Aufnahmen der beiden Kameras zu sehen. Zuerst ohne und dann mit Bildstabilisator.

 

Ton

Nur die Canon kann den Tonpegel manuell steuern. Sie kann auch Windgeräusche unterdrücken. Die beiden Audiokanäle können manuell einzeln verstellt werden und die Ausschläge werden auf den LCDs angezeigt.

Die Aufnahmequalität ist bei der Canon etwas besser, vor allem wegen der Verstärkungsmöglichkeit und dem leiseren Kassettendeck.

 

Im Demo ist zuerst die Sony und anschließend die Canon zu hören. Beide werden gleich laut wiedergegeben und nehmen ihr eigenen mechanischen Lärm auf.

 

Fazit

Die im Endeffekt sichtbare Bildqualität ist auf den Bildausschnitten zu sehen. Der Unterschied ist meiner Meinung nach groß genug um den Aufpreis zu rechtfertigen. Auch die manuellen Einstellmöglichkeiten sind für professionelle Aufnahmen unverzichtbar und damit nicht nur als Spielerei zu sehen. Wer also einen Neukauf plant und wirklich Filme drehen will, sollte sich auf jeden fall für eine Kamera der „Henkelklasse“ entscheiden.

 

 

Weitere Berichte:

    + Canon XM 2

    + Sony DCR TRV 120E

 
 
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