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Da
ruhige, ruckelfreie Kamerabewegungen in
unseren Filmen immer wichtiger werden und Kameradollys in
sehr vielen Situationen unpraktisch sind, habe ich unser
Steadycam-System verbessert.
Das
Vorgängermodell
hat zwar schon die wesentlichste Funktion eines solchen
Equipments erfüllt, nämlich das Ausgleichen der plötzlichen
Bewegungen des Kameramannes durch eine beweglich gelagerte
Kamera mit großer Trägheit, allerdings musste das ganze
Gerät mit den Händen getragen werden, was nur kurze
Einstellungen ermöglichte.
Die neue Steadycam hingegen ist wie bei professionellen
Vorbildern am Körper des Kameramannes befestigt, wodurch man
so gut wie keine Kraft mit den Armen aufbringen muss.

Steadycam 2 vorne
Das Equipment besteht aus drei Hauptteilen:
- Tragegurt mit Skelett
- Beweglicher Arm
- Kamerastange

Steadycam 2 Rücken
Das Skelett ist im Wesentlichen nur eine steife
Verbindung aus einigen Flacheisen am Rücken. An der Hüfte
ragen diese etwas nach vorne, damit hier der bewegliche Arm
montiert werden kann.
Ich habe
festgestellt, dass die beste Lösung des Gurtsystems
das eines großen Wanderrucksacks ist, also Gurte an den
Schultern, um den Bauch und einer in Brusthöhe, damit das
Ganze stabil und unbeweglich mit dem Oberkörper verbunden
bleibt.
Besonders wichtig ist es, die Wirbelsäulenform richtig
anzupassen und alles ausreichend zu polstern. Ich habe eine
10 mm dicke Schaumstoffpolsterung auf das Metall
geklebt.
Der Arm besteht aus zwei Teilen: dem für horizontale
und für vertikale Bewegungen.

Aufsatz für Kamerastange
Die beiden Gelenke des ersteren sind mit jeweils zwei
Kugellagern ausgestattet die, wie auf den Bildern zu sehen
ist, in passende Ringe eingezwängt werden.
Der vertikal bewegliche Arm stellt ein Parallelogramm
dar, damit das Ende an dem die Kamerastange angebracht ist,
immer senkrecht bleibt und beim Auf- und Abbewegen nicht
kippt. Dadurch werden möglichst wenige Impulse vom
mechanischen Arm bzw. dem Körper des Kameramannes an die
Kamerastange weitergeleitet.

Gelenke
Dieser Arm verfügt über keine Kugellager, sondern nur über
eine selbstgebaute Lagerung einer Schraube in einem
Röhrchen.
Damit das Auf- und Abschwenken möglichst leicht fällt und
man nicht das Gewicht mit den Armen heben muss, sind
Federn angebracht. Die Spannung kann durch Schrauben am
Ende eingestellt werden. Jetzt kann der Kameramann mit sehr
geringem Kraftaufwand die Höhe während der Aufnahme
verstellen.

Alle Bauteile (anklicken zum Vergrößern) |
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Die Arme sind aus Aluminium, nur die Enden für die Lager
sind zwecks einfachen Zusammenschweißens aus Metall. Die
Konstruktion ist stark genug um fünfmal schwerere
Kameratypen als die der Amateure zu tragen.
Am Rücken gibt es auch einen Magneten um den Schwenkarm
zu sichern, wenn die Kamerastange nicht aufgesetzt ist.
Ein fünf Kilogramm schweres Gegengewicht hinten
erhöht den Tragekomfort der Steadycam, da diese dann nicht
mehr vorderlastig ist.
Die bisher beschriebene Konstruktion dient allein dem
Tragekomfort bzw. der grundlegenden Bewegbarkeit der Kamera,
sie hat aber nichts mit dem Ausgleichen vom Ruckeln
zu tun.
Der wichtigste Teil, der eben auch die ruhige Kamerabewegung
gewährleistet, ist die Kamerastange. Diese muss in
alle Richtungen (d.h. drei Achsen) frei (und leicht)
beweglich sein. Dazu dient dieselbe Verbindung wie beim
Vorgängermodell,
nämlich eine kleine Mulde die auf einer Spitze sitzt.
Da sich die Kamera möglichst träge bewegen soll gibt es bei
einer solchen Aufhängung an einem Punkt zwei Möglichkeiten:
entweder eine große Masse oder bei relativ geringer Masse,
wie der natürlichen der
Kamera, einen großer Abstand auf der
Verbindung zum Aufhängungspunkt. Darum verwende ich ein ca.
50 cm langes Formrohr aus Aluminium. Oben sitzt die Kamera
und unten lediglich das notwendige Gegengewicht.
Dieser ganze Teil muss sehr fein ausbalancierbar
sein. Dazu verwende ich zwei Systeme. Erstens ist der
Aufsatz, der die Verbindung mit der Spitze herstellen,
flexibel angebracht, d.h. er kann auf dem Formrohr hin und
her geschoben werden, um das Gleichgewicht zwischen der
Kamera und den Metallgewichten am unteren Ende herzustellen,
des Weiteren kann die Kamera mit dem selbstgebauten
Schnellverschluss vor bzw. zurück sowie seitlich verschoben
werden um die Kamera horizontal auszurichten.
Die Feineinstellung für das Verhältnis oben und unten
erfolgt über ein kleines, verschiebbares Gewichtstück auf
der untern Hälfte. Die genaue Einstellung für die seitliche
Lage (Kippen) wird mit Hilfe der zwei kleinen Gewichtstangen
am oberen Ende verstellt.

Balanciersystem oben

Balanciersystem unten
Im Idealfall bleibt die Kamera in jeder beliebigen Position
stehen, in die man sie bringt. In den meisten Fällen sollte
das Gewicht unten nur ein klein wenig größer sein um in die
Normalposition zurückzuziehen.
Der Schnellverschluss ermöglicht den Anschluss der
Kamera mit dem Adapter unseres Stativs und ist daher auch
nach demselben Prinzip gebaut.
WICHTIG:
Nachdem das ganze System ausbalanciert ist und man mit den
Aufnahmen beginnt darf man die Kamerastange nicht
festhalten, denn dann werden sofort die Ruckelbewegungen des
Kameramannes weitergeleitet und sind am Bild zusehen.
Sollte die Kamerastange trotzdem zu schwingen beginnen, kann
man dies durch einen kurzen Impuls (Antippen)
aufhalten.
Es dürfen auch keinerlei Verbindungen wie Kabel von
der Stange nach außen führen, da beim kleinsten Zug die
Kamera wegkippt.
TIPPs:
Der
Überwachungsmonitor
kann darum nur direkt auf der Kamerastange angebracht
werden.
Auch das
Mikrofon sitzt
direkt auf der Kamera. Ein Adapter mit einem
Gummizwischenstück statt einer durchgehenden harten
Verbindung verhindert das Übertragen des Summens vom
Kassettendeck.
Der Einsatz der Steadycam erfordert sehr viel Übung. Man
kommt aber schnell dahinter wie man am besten geht bzw. die
Kamera lenkt.
Der erste Versuch mit der Steadycam ist auf dem
FF- Schwarzau Schauübungsvideo
zu sehen. Bei zukünftigen Aufnahmen wird sicher eine
ständige Optimierung des Bildes zu erkennen sein.
Hier ein weiteres
Demovideo das
Aufnahmen mit der
alten und neuen
Steadycam zeigt.
Weitere Berichte:
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Sony Ecm Ms 907
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FF- Schwarzau Schauübungsvideo
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